Das schreibt die Neue Westfälische zum Thema TV vs Youtube Projekt

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Ein Blick hinter die Kulissen von Fernsehen und Internet

Projekt zur Medienkompetenz im Jugendzentrum Zebra: Drei Monate lang haben Kinder und Jugendliche selbst Filme gedreht, Interviews geführt und fotografiert.

Enger (mac) – Fernsehen und Internet – eine Welt, in der vieles nicht das ist, was es zu sein scheint. „Da wird vieles als Wahrheit verkauft – auch wenn es inszeniert ist“, sagt Videojournalist Wolfram Pierenkemper. Um Kinder und Jugendliche darüber aufzuklären, was echt und was gestellt ist, hat das evangelische Jugendzentrum Zebra in Kooperation mit dem „Haus der Kulturen“ ein spezielles Medienprojekt ins Leben gerufen, das Pierenkemper betreut hat.

Knapp drei Monate lang konnten die rund 20 jungen Teilnehmer selbst Filme drehen, Interviews führen oder fotografieren. Das Besondere: Auch Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien waren in das Projekt, für das es Fördermittel  gab, eingebunden. Am Freitag wurden die Ergebnisse im Zebra vorgestellt.

Bei dem Projekt erfuhren die Teilnehmer, dass in Filmen und auf Fotos vieles manipuliert ist. Zum Beispiel haben die Teilnehmer einen Film an einem Billardtisch gedreht. Im Endprodukt sieht es so aus, als ob die Kugel auf Anhieb im Loch landet. „Aber diese Einstellung mussten wir 30 Mal drehen“, berichtet Pierenkemper. Auch der Nachrichtensprecher, der scheinbar völlig frei die neuesten News vorträgt, in Wahrheit aber seinen Text vom Teleprompter abliest, war Thema. Ebenso wie die kleinen Gestaltungstricks, mit denen man Fotos verschönern kann.

Auch der achtjährige Robin hat bei dem Projekt mitgemacht, war unter anderem Kameramann bei einem Filmdreh. „Ich fand?s gut, das hat Spaß gemacht“, sagt er.

Mit dem Projekt habe man Medienkompetenz vermitteln, aber auch über die Gefahren im Netz aufklären wollen, sagt der Leiter des Jugendzentrums, Bernd Rammler. Ziel sei es zudem gewesen, Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien zu integrieren. „Und das ist gut gelungen.“

Wenn möglich, solle das Projekt fortgeführt werden. Darum wolle man sich jetzt um weitere Fördermittel bemühen, sagt Rammler.

© 2018 Neue Westfälische
10 – Enger-Spenge, Samstag 17. Februar 2018
[ssba]

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